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Selbstzweifel – ein weibliches Phänomen? #3 Gedanken zum Weltfrauentag 2026.

  • vor 18 Stunden
  • 5 Min. Lesezeit

Abschließen möchte ich mein Triple zum Weltfrauentag - nach meinen beiden anderen Blogartikeln zum Thema Selbstfürsorge & Innerer Kritiker und 2016-2026: Meine 10 Content-Milestones, auf die ich stolz bin -  mit einem Thema, das viele Frauen (und auch Männer) immer wieder mal begleitet: dieses nagende Gefühl und Gedanken, die rund um die Frage kreisen „Bin ich wirklich gut genug?“, „Wer bin ich schon, um…?“ oder „Andere können das viel besser, oder?“.


Als Marketing- und Mindset-Coachin für Selbstständige begegne ich diesem inneren Zweifler nahezu in jeder Session – oft bei Frauen, die von außen stark, kompetent und „erfolgreich“ wirken.

Und ich möchte die Frage aufwerfen: Ist das eigentlich ein weibliches Thema – oder nur so sozial gelernt? Oder möglicherweise ein Bias, der sich in unser Bewusstsein eingeschlichen hat?



Zu den Begrifflichkeiten: Selbstzweifel versus Impostor Syndrom.

Selbstzweifel sind innere Stimmen oder Empfindungen, die an unserer Kompetenz, unserem Wert oder unserer Eignung zweifeln lassen. Sie sind auch im Business Kontext ein Alltagserleben: Unsicherheiten vor Kundengesprächen, das Hinterfragen des eigenen Angebots oder das Gefühl, nicht ehrlich auftreten zu dürfen, sich ehrlich zu zeigen, sich “nackig” zu machen. 


Selbstzweifel gehören zum Menschsein. Unser Gehirn ist darauf programmiert, Gefahren zu scannen, Risiken zu vermeiden und Zugehörigkeit zu sichern. In einer Welt, in der Bewertung, Vergleich und Sichtbarkeit (online wie offline) zugenommen haben, ist es kein Wunder, dass die innere Stimme lauter wird und immer wieder zweifelt, alles in Frage stellt, unsicher ist.


Um gleich mal vorweg eines festzumachen:

  • Selbstzweifel sind kein „Frauen-Gen“.

  • Aber Frauen wachsen in Rahmenbedingungen auf, die bestimmte Arten von Zweifeln begünstigen – und das beginnt lange, bevor sie ihr Herzensbusiness starten.


Gleichzeitig zeigen Untersuchungen und Umfragen seit Jahren: Frauen berichten häufiger und intensiver von Mustern wie „Ich fühle mich wie eine Hochstaplerin“, „Ich war nur zufällig erfolgreich“ oder „Gleich merken alle, dass ich nichts kann“. In diesen Fällen spricht man vom sogenannten Impostor-Syndrom.


Das Impostor-Syndrom bezeichnet das wiederkehrende Gefühl, eigene Erfolge nicht wirklich verdient zu haben und irgendwann „enttarnt“ zu werden — obwohl objektive Beweise für Kompetenz vorliegen. Bei Erfolgen zeigt sich ein Gefühl “ein Betrüger zu sein“ eingestehst, Lob und Anerkennung wird wegdiskutiert.


In vielen Studien, die das Impostor-Phänomen untersuchen, zeigen sich immer wieder ähnliche Muster: Frauen geben deutlich häufiger an, sich als „nicht genug“ zu erleben – selbst dann, wenn objektiv Erfolge, Qualifikation und Leistungen vorhanden sind.


Typische Tendenzen, die häufig beschrieben werden:

  • Erfolge werden eher auf Glück, Hilfe von anderen oder Zufälle zurückgeführt – nicht auf die eigene Kompetenz.

  • Es besteht eine starke Angst, „enttarnt“ zu werden, wenn man mehr Sichtbarkeit bekommt oder mehr Verantwortung übernimmt.

  • Perfektionismus ist weit verbreitet: Entweder ganz perfekt – oder lieber gar nicht starten.


Im unternehmerischen Kontext sind Selbstwert und Unternehmergeist eng verzahnt: Erwartungsdruck, Diskrepanzen zwischen Ideal und Realität und die soziale Bewertung wirken auf das Selbstbild von Gründer*innen ein und können Selbstzweifel verstärken. Unternehmerische Situationen (Unsicherheit, Risiko, Sichtbarkeit) sind demnach ein Nährboden für Zweifel aller Geschlechter.


Abschließend noch ein ganz wichtiger Punkt: Selbstzweifel sind nicht nur schlecht. Gut kalibriert können Zweifel Fehlentscheidungen verhindern und zu sorgfältigerem Handeln beitragen — eine Perspektive, die dazu einlädt, Zweifel nicht nur wegzudrücken, sondern zu nutzen. Ich habe dazu einen Artikel mit zwei Fallbeispielen aus meiner Coaching-Praxis verfasst, in welchem ich den inneren Kritiker und seine liebevolle Absicht herauskristallisiere.



Wie Sozialisation Selbstzweifel nährt.

Selbstzweifel entstehen nicht im luftleeren Raum. Viele Frauen haben über Jahre – oft unbewusst – Botschaften aufgenommen wie:

  • „Sei nicht so laut.“

  • „Übertreib nicht mit deinen Ansprüchen.“

  • „Sei bescheiden.“

  • „Mach es allen recht.“

Dazu kommen gesellschaftliche Bilder: „Die perfekte Frau“ soll beruflich erfolgreich, emotional kompetent, harmonieorientiert, gepflegt, sozial engagiert, gute Partnerin, gute Mutter, gute Tochter, gute Freundin sein – bitte alles gleichzeitig.

Kein Wunder, dass unter diesem Druck die innere Messlatte immer höher rutscht. Und dass jede Abweichung von diesem Ideal als persönliches Versagen gedeutet wird – statt als ganz normaler Ausdruck von Menschlichkeit.

Gerade im Business-Kontext und bei der Selbstständigkeit zeigt sich das dann so:

  • Angebote werden zurückgehalten, weil sie „noch nicht gut genug“ sind.

  • Preise bleiben niedrig, obwohl die Qualität und Erfahrung längst mehr wert wären.

  • Sichtbarkeit wird vermieden („Ich zeige mich erst, wenn…“), aus Angst vor Kritik oder Ablehnung.



Warum erscheinen Selbstzweifel bei Frauen oft sichtbarer?

Mehrere Mechanismen spielen hier zusammen:

  • Soziale Erwartungen & Rollenbilder: Frauen erleben oft stärkere normative Erwartungen (z. B. perfekte Balance, Fürsorge + Leistung), was die innere Fehlertoleranz senken kann. Medien- und Unternehmenskulturen haben hier klare Muster, die Wahrnehmung verstärken. 

  • Confidence Gap & Soziales Feedback: Frauen zeigen häufiger niedrigere Selbstsicherheit in Situationen, in denen Selbstsicherheit belohnt wird (z. B. Verhandlungen). Das macht Zweifel sichtbarer – nicht zwingend häufiger. 

  • Strukturelle Faktoren: Unterschiedliche Mentoring-Zugänge, Netzwerke, Rollenmodelle und soziale Bestätigung beeinflussen, wie sicher sich Menschen in beruflichen Rollen fühlen.

  • Mess-Effekte: Wie in jeder guten Marktforschung kommt es auf die Messinstrument, den Kontext , den Auftraggeber, das Ziel der Studie an.


Wie sich das Thema über die letzten Jahrzehnte verändert hat.

Wenn wir auf die letzten Jahrzehnte schauen, sehen wir eine interessante Entwicklung:

  • Frauen haben heute mehr Zugang zu Bildung, Karriere, Selbstständigkeit und öffentlicher Sichtbarkeit als je zuvor.

  • Gleichzeitig sind die Erwartungen – von außen und innen – nicht weniger, sondern vielfältiger geworden.

Auf der positiven Seite:

  • Immer mehr Frauen benennen offen, dass sie Selbstzweifel haben – und merken: „Ich bin nicht alleine damit.“

  • Begriffe wie „Impostor-Syndrom“, „Confidence Gap“ oder „Female Empowerment“ sind Teil einer neuen Sprache, die innere Themen sichtbar macht.

  • Es gibt eine wachsende Kultur von Vernetzung, gegenseitiger Unterstützung und weiblichen Role Models.

Auf der herausfordernden Seite:

  • Social Media verstärkt den Vergleich – gerade im Selbstständigen- und Herzensbusiness-Kontext.

  • Die Gleichzeitigkeit der Rollen (Business, Care-Arbeit, Beziehungen) bleibt ein mentaler und energetischer Spagat.

Wir stehen also mitten in einem Wandel: Selbstzweifel werden sichtbarer, benennbarer – und damit auch besser bearbeitbar. Aber sie verschwinden nicht von allein.


Begegnung mit Selbstzweifeln im Herzensbusiness.


Mögliche Ansätze in der Marketing-Beratung:

  • Eine klare Positionierung aufbauen, die sich stimmig und sicher anfühlt. Wofür stehe ich? Womit fühle ich mich wohl? Was passt nicht zu mir, ist mir zu laut, zu mächtig, zu groß?

  • Die eigene authentische Sichtbarkeit herauskristallisieren: statt immer nur mehr zu posten, immer nur präsent zu sein: lieber wahrhaftige Geschichten, die sich zu dir gehörig anfühlen, deinem Tempo, deinen Lebensumständen, deinem System entsprechen.

  • Angebote und Preise so gestalten, dass sie zur eigenen Energie, Überzeugung, Selbstbewusstsein und der jeweiligen Business- und Lebensphase passen.


Mögliche Ansätze beim Mindset-Coaching:

  • Reframing des inneren Kritikers, bewusster Umgang, liebevolle Absicht erkennen

  • The Work by Byron Katie: Ist das wirklich wahr?

  • Entwicklung eines Growth Mindsets: Fehler als Lernfelder, nicht als Beweis der eigenen Unzulänglichkeit, anerkennen

  • Arbeit mit Glaubenssätzen - optional mit Meridianklopfen / Tapping

  • Embodiment Praxis


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Stella Marketing und Mindset Coachin

Ciao, ich bin Stella.

Ich unterstütze dich als Solo-Selbstständige bei der strategischen Marketing Ausrichtung für dein ❤️Herzensbusiness 🫀❤️. Als Sparringpartnerin begleite ich dich beim Finden und Definieren deiner klaren Identität, Positionierung, Business Ziele, Zielgruppen-Ansprache, Website Gestaltung für eine authentische Sichtbarkeit.

Und gleichzeitig bin ich an deiner Seite beim Bearbeiten und Auflösen von inneren Blockaden und Selbstzweifeln, die einem erfolgreichen Business möglicherweise im Wege stehen.


Ich liebe das Meer, Caffé shakerato, Strandspaziergänge, Baci & Abbracci, gute Gespräche, Yoga Alkemy Elemental Flow.

 
 
 

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